Montag, 30 Januar 2012 21:58

Zur Geschichte von Moorenweis

Der Ort Moorenweis, ein ehemaliges Pfarrdorf, wird um 753 erstmals in einer Urkunde des Klosters Wessobrunn erwähnt.

Der Name Moorenweis gründet sich aus dem Begriff Moarawies, was schon viel über die damalige topographische Lage aussagt. Unser heutiges Siedlungsgebiet war zu damaliger Zeit noch von großen Moorwiesen durchzogen, die erst im Laufe der Besiedlung trocken gelegt wurden. Damit ist unser Siedlungsraum entstanden.

Die Geschichte des Pfarrdorfes Moorenweis ist eng mit der Geschichte des Klosters Wessobrunn verbunden. Auch die Orte Albertshofen, Brandenberg, Hohenzell, Römertshofen und Windach gehörten zum Einflussbereich des Klosters und sind als Dorf- und Güterbesitzungen gegründet worden. Dies trifft auch auf die übrigen Orte unserer Gemeinde zu, die ihren Ursprung in der damaligen Zeit haben und ebenfalls stark von der Geschichte des Klosters Wessobrunn geprägt wurden.

In der wechselvollen Geschichte musste Moorenweis und die umliegenden Siedlungen und Dörfer manchen Sturm der Geschichte über sich ergehen lassen und manche Herrschaft ertragen. Es war durchaus üblich, Dörfer und Siedlungen mit allem Zubehör, also auch den dort lebenden Menschen zu verkaufen oder im Rahmen der Erbfolgen und Schenkungen weiterzugeben.

Diese Erfahrungen haben wohl dazu geführt, dass es bald hieß „die halten zusammen wie die Moarawieser!“

Und auch damals gab es schon „Steuern“, so waren die Moorenweiser dem Kloster Wessobrunn zehentpflichtig. Den Zehentstadel, in welchem der Zehent angehäuft wurde, hat 1804 ein Zimmermann von Bruck gekauft, der daraus den Pfarrstadl in Pfaffenhofen baute.Auch das dann an seiner Stelle in Moorenweis errichtete Gemeindehaus gibt es nicht mehr. Heute steht an seiner Stelle in der Fürstenfeldbrucker Straße 8 ein Einfamilienhaus.

Im Jahr 1820 bestand das Pfarrdorf Moorenweis aus 128 Häusern und 162 Haushaltungen. Die Distriktstraße von Landsberg nach Bruck führte durch Moorenweis und so ist es auch noch heute.

Die neuere Geschichte der Gemeinde Moorenweis beginnt um 1803.

Die Gemeinde wurde von einem „Vierer“ geführt, was wohl dem heutigen Gemeinderat entspricht. Geleitet wurde der damalige „Vierer“ vom Obmann Rasso Selder. Die Volksschule hatte seit 1802 Schulzwang und die Feiertagsschule kam 1803 hinzu. Die Maß Bier kostete vier Kreuzer und ein durchschnittlicher Stundenlohn lag zwischen 10 und 13 Kreuzern. Der letzte „Vierer“ musste auch die um 1759 eingeführten Hausnamen wieder abschaffen, da neue Gesetze die Nummerierung der Häuser vorschrieben.

Wie lange sich trotzdem die Gewohnheit der Hausnamen gehalten hat, werden Sie im Laufe der Zeit selbst erfahren können. Vielleicht nicht mehr in Moorenweis, so aber doch in den zur Gemeinde gehörenden Orten.

1823 war die Gemeinde Moorenweis die größte Landgemeinde im Bezirk Bruck. Bis zum Jahr 1823 gehörte Moorenweis zum königlichen Bezirksamt, Landgericht, Rentamt, Landwehr-Bezirks-Kommando und zur Aufschlags-Einnehmerei Bruck. Auch heute ist es so, das Landratsamt Fürstenfeldbruck ist für Moorenweis zuständig.